Was erwartet Euch in den darauffolgenden Veranstaltungen?

Im Rahmen der nachfolgenden Veranstaltungen tauchen wir tiefer in Theorie und Praxis eines „postkolonialen Tourismus“ ein: Wir gehen dem Zusammenhang von Tourismus und Kolonialismus – sowohl gestern als auch heute – auf den Grund und prüfen, inwiefern unsere Reisen neokoloniale Züge aufweisen können. Dabei legen wir den Fokus auf Lösungsansätze und reflektieren gemeinsam, wie sich neokoloniale Sichtweisen im Tourismus aufbrechen lassen und welche Verantwortung und Handlungspotenziale verschiedene Tourismusakteure in diesem Zusammenhang haben. Wir werden Menschen und Organisationen aus dem Arbeitsfeld „Decolonising Tourism“ kennenlernen, eine analoge “postkoloniale Stadtführung” erleben und zum Abschluss der Veranstaltung die Möglichkeit haben, an einem Antirassismus-Training teilzunehmen, sowie im Plenum darüber zu diskutieren, was wir von dem Gelernten für unsere jeweilige Arbeit im Tourismus mitnehmen und anwenden können. Denn: Das Reisen soll und kann bei der Bekämpfung von Rassismus helfen!

Die fünf Veranstaltungen können unabhängig voneinander besucht werden. Wir ermutigen jedoch dazu, an möglichst allen Terminen teilzunehmen, da die Inhalte aufeinander aufbauen. Bis auf die „postkoloniale Stadtführung“ sind bisher alle Veranstaltungen von September 2022 bis ins Frühjahr 2023 als Online-Event geplant. Die Teilnahme ist kostenfrei möglich. Sie können sich hier für den 6. September anmelden. Mehr Informationen zu den Mitwirkenden können Sie in Kürze hier finden. 

Wir freuen uns auf Sie!

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Die rassismuskritische Reise startet am 6. September, von 16:00 bis 17:30 Uhr per Zoom

Unter der Moderation von Henriette Seydel, die zum Thema Erinnerungsarbeit im Tourismus an deutsch-tansanische Kolonialgeschichte promoviert, werden wir die Dynamik des globalen Tourismus und unsere Privilegien beim Reisen reflektieren. Erfahrungsberichte von verschiedenen Seiten werfen Fragen auf wie: Wem gehört das Hotel, in dem ich Urlaub mache und wer arbeitet dort? Was habe ich für Bilder im Kopf, wenn ich in ein bestimmtes Land reise? Wie stelle ich mir die dort lebenden Menschen und die Kultur vor bzw. woher habe ich die Informationen über diese Kultur? Nach kurzen Impulsvorträgen besteht Zeit für die Diskussion mit allen Anwesenden. Die Auftaktveranstaltung findet am 6. September, 16.00 – 17.30 Uhr per Zoom statt.

Sie können sich hier kostenfrei anmelden. 

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GATE-Themenabend 2.3.2020: Tourismus und Welterbe

Liebe Freund*innen des GATE-Themenabends,

am 2. März laden wir Sie zu einem interessanten Themenabend in Kooperation mit Brot für die Welt/TourismWatch und World Heritage Watch ein. Wir widmen uns dem Thema Tourismus und Welterbe und diskutieren das Thema anhand zweier Beispiele.

Die Veranstaltung findet am 2. März von 18:00 bis 20:30 in den Räumen von Brot für die Welt in der Caroline-Michaelis-Str. 1 statt. Alle weiteren Details entnehmen Sie bitte der angefügten Einladung. Wir bitten um Anmeldung unter:

contact@world-heritage-watch.org

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GATE-Themenabend 16.7.2019: Kant und Klima

Liebe Tourismusinteressierte, liebe Freunde und Freundinnen der GATE-Themenabende,

Wir laden Sie und euch ganz herzlich zu unserem GATE-Themenabend im Juli ein. Es ist Urlaubszeit. Gerade beim Reisen fällt uns der Blick aufs Klima noch immer schwer. Unsere Referentin verknüpft in Ihrer Lesung Kants Philosophie mit dem Klima und baut sehr spannende Bezüge auf. Es ist uns eine sehr große Freude Sie zu dieser besonderen Reise einzuladen.

Wir freuen uns auf Sie und euch und eine inspirierende Diskussion.

Dienstag, den 16. Juli 2019 um 19:00

Lesung mit Christine Heybl: „Kant und das Klima“ – eine amüsant-kurzweilige Sicht auf ein brisantes Thema.

(Foto: https://www.prokopy.de/)

Als Philosophin mit einer Ausrichtung auf Biologie haben mich schon immer Phänomene an der Schnittstelle von Mensch und Natur gefesselt. Deshalb ließ mich die Fragestellung nicht los, wie man Kants Rechts- und Moralphilosophie mit den Problemen, die sich durch den Klimawandel ergeben, verbinden kann bzw. welche gerechten Lösungsansätze aus Kants basaler Morallehre für diesen zeitgenössischen dringlichen Problemkomplex gezogen werden können.

In meiner Lesung möchte ich drei kurze Abschnitte aus meiner Veröffentlichung: „Kant und das Klima“ lesen.

Einerseits geht es um die Eigenschaften des Klimawandels, die uns daran hindern, zu handeln, uns irritieren und konsternieren. Auf der anderen Seite werden kleine Geschichten erzählt, die deutlich machen, dass jeder irgendwo und gleichzeitig überall Einwirkungsmöglichkeiten hat. Diese lebensnahen, zum Schmunzeln bringenden Alltagsoffenbarungen ermutigen und zeigen, dass unser Klimaengagement machbar ist und sich gleichzeitig auch sehr positiv auf andere Bereiche des Lebens auswirkt.

Als besonders schwierig, v.a. auch als persönliche Herausforderung, empfinde ich klimaverträgliches Reisen. Ich reise sehr gerne und versuche alle möglichen Hebel zu verwenden, um dies naturschonend zu gestalten. Bei meinen letzten Reisen habe ich z.B. auf Permakulturhöfen mitgearbeitet, was mir einerseits viel Freude bereitet hat und auf der anderen Seite, dieses Zukunftsmodell der Landwirtschaft in bestehenden, wunderschönen Projekten gefördert hat.

Christine Heybl hat Philosophie, Biologie und Ethnologie mit den Schwerpunkten Kants Moralphilosophie, Menschenrechte und Klimawandel in Potsdam und Berlin studiert. Ihr Lebensweg führte Sie über ein Praktikum bei Greenpeace, einer Lehrtätigkeit an der Uni Lüneburg, mehreren Auslandsaufenthalten schließlich zur Deutschen Umwelthilfe, wo Sie zurzeit als Assistenz der Geschäftsführung arbeitet.

Wann:  19:00

Wo:       Hotel Scandic Berlin Kürfürstendamm, Augsburger Straße 5

Bitte helfen Sie uns beim Planen! Wir bitten um Anmeldung bei zimmermann@gate-tourismus.de. Wie immer freuen wir uns Sie und euch.

Bis dahin herzliche Grüße,
Annegret Zimmermann und das gesamte GATE-Team

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GATE-Exkursion 11.6.2019 um 18 Uhr: Das Nachhaltigkeitskonzept des Scandic Hotel

Liebe Tourismusinteressierte, liebe Freunde und Freundinnen der GATE-Themenabende,

Wir laden Sie und euch ganz herzlich zu unserer GATE-Exkursion ein.

Es ist uns eine sehr große Freude Ihnen eine spannende Führung durch das Hotel anbieten zu dürfen. Ab 19:00 haben wir die Möglichkeit uns noch an der Bar des Hotels auf ein Getränk zu treffen, um übrig gebliebene Fragen zu diskutieren. Wir freuen uns auf Sie und euch und eine inspirierende Diskussion.

Dienstag, den 11. Juni 2019 um 18:00

Exkursion durch das Hotel Scandic am Potsdamer Platz

Das Hotel am Potsdamer Platz ist im skandinavischen Stil ausgestattet und schafft eine gemütliche Atmosphäre im Kontrast zum geschäftigen Treiben der Umgebung. Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit werden hier großgeschrieben. Letzteres ist bereits seit 1993 fester Bestandteil der Scandic-Unternehmensphilosophie. Neben umfassenden Maßnahmen zur Energie- und Ressourcenschonung ist es uns besonders wichtig, Betriebsabläufe zu hinterfragen und sich stetig zu verbessern. Ein eigener „Sustainability Manager“ von Scandic, unser Ethik Kodex für Mitarbeiter und Lieferanten, sowie die jährliche Überprüfung aller Verbrauchszahlen sind somit zu wichtigen Eckpfeilern geworden.

Wann:  11.6.2019 um 18:00

Wo:       vor dem Hotel Scandic am Potsdamer Platz, Gabriele-Tergit-Promenade 19

Die Plätze sind begrenzt, wir bitten darum um Anmeldung bei zimmermann@gate-tourismus.de. Wie immer freuen wir uns Sie und euch.

Bis dahin herzliche Grüße,
Annegret Zimmermann und das gesamte GATE-Team

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GATE-Themenabend 5.12.2018: Kaleidoskop Kirgistan

Liebe Tourismusinteressierte, liebe Freunde und Freundinnen der GATE-Themenabende,

das Jahr neigt sich dem Ende und wir danken Ihnen und euch für die vielen anregenden Diskussionen während unserer Themenabende.

Ein letztes Mal für 2018 laden wir herzlich zu einem Themenabend ein. Es wird, ganz im Sinne von GATE, um die Verbindung von Ethnologie und Tourismus, am Beispiel des faszinierenden Landes Kirgistan, gehen Es ist uns eine sehr große Freude für diese Veranstaltung Dr. Philipp Schröder von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ankündigen zu dürfen. Wir freuen uns auf viele Gäste und eine inspirierende Diskussion.

Mittwoch (Achtung, anderer Tag!), den 05. Dezember 2018 um 19:00

Kaleidoskop Kirgistan – Der ethnologische Blick in Wissenschaft, Entwicklungskooperation und Tourismus.

 kirgistan

 

 

 

 

Kirgistan ist eine kleine Republik in Zentralasien, umgeben von “großen Brüdern” wie Kasachstan, China oder Russland. In diesem Vortrag möchte ich über meine ethnologische Beschäftigung mit diesem faszinierenden Land im letzten Jahrzehnt berichten. Dies beginnt mit der wissenschaftlichen Arbeit zu Themen wie Identität, Mobilität oder wirtschaftlichem Wandel. Es setzt sich fort in den Bereich der Entwicklungskooperation und der beratenden Tätigkeit für Vorhaben zur Jugendarbeit oder dem sozialem Zusammenhalt in ländlichen Gebieten. Meine abschließende Frage ist, was denn eine ethnologische Perspektive zum Tourismussektor in Kirgistan beitragen könnte?

Wann: 19:00

Wo (Achtung, anderer Ort!):  Café LOLA was here (www.lolawashere.de) Seelower Straße 8, 10439, U-/S-Bahn: Schönhauser Allee

Um Weiterleitung an Interessierte sowie Anmeldung unter zimmermann@gate-tourismus.dewird ausdrücklich gebeten. Wie immer freuen wir uns Sie und euch.

Bis dahin herzliche Grüße,
Annegret Zimmermann und das gesamte GATE-Team

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GATE-Themenabend 16.10.2018: Qualifizierung der Reiseleitung

Liebe Tourismusinteressierte, liebe Freunde und Freundinnen der GATE-Themenabende,

Wir laden Sie und euch ganz herzlich zu unserem Oktober-Themenabend in Kooperation mit Brot für die Welt/TourismWatch ein. Es ist uns eine Freude für diesen Abend Dr. Mehmet Gökhan Tuncer ankündigen zu dürfen. Er wird uns von der Bedeutung der professionellen Qualifizierung von Reiseleiter*innen und ihrer zentralen Bedeutung für einen verantwortungsvollen Tourismus berichten und uns aus seinem reichen Erfahrungsschatz berichten.

 

Dienstag, den 16. Oktober 2018 um 19:00

Auf die Reiseleitung kommt es an! Qualifizierung der Reiseleitung für eine nachhaltige Tourismusentwicklung

Foto: Dr. Mehmet Gökhan Tuncer; aus einem Seminar in Kuba
Foto: Dr. Mehmet Gökhan Tuncer; aus einem Seminar in Kuba

Reiseleiter*innen gehören zu den sichtbarsten Akteuren im Tourismus, aber die professionelle Entwicklung der Reiseleiter*innen ist in der Branche ein weitgehend vernachlässigtes Thema. Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e.V. ist seit 20 Jahren Vorreiter eines umwelt- und sozialverträglichen Tourismus. Dabei leistet er wichtige Informations- und Bildungsarbeit: Neben der weitbekannten Reihe der SympathieMagazine, veranstaltet er Fortbildungsseminare für im Tourismus Beschäftigte, die „Intercultural Tour Guide Qualifikation“. Diese Fortbildungsseminare befassen sich mit der Verbindung zwischen der Reiseleitung und nachhaltiger Tourismusentwicklung. Sie fördern praxisorientiert das Verständnis dafür, wie Reiseleiter*innen dazu beitragen können, den Tourismus in eine nachhaltige Richtung zu lenken, damit die Destinationen nicht nur konsumiert, sondern mit Respekt erlebt werden können.

Dr. Tuncer wird das Projekt „Intercultural Tour Guide Qualifikation“ vorstellen, auf die vielfältigen Herausforderungen bezüglich der Qualifikation der Reiseleitung für nachhaltige Tourismusangebote eingehen und gern Fragen gemeinsam mit Ihnen und euch diskutieren.

Dr. Tuncer ist seit 2002 Mitglied des Trainerteams des Studienkreises. Er schuf mehrere Ausbildungsmodule und leitete Seminare zur Qualifikation von Tour Guides in Südamerika, Europa, Asien und dem Nahen Osten. Er ist zudem Lecturer an der Humboldt-Universität zu Berlin im International MA Programs am Institut für Sozialwissenschaften.

 

Wann:  19:00

Wo (Achtung, anderer Ort!):     Brot für die Welt/TourismWatch; Raum 0.K.07 (Nydia Erika Bautista)

Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin

S-Bahnhof Nordbahnhof (S1, S2, S25) sowie U6 Naturkundemuseum

 

Um Weiterleitung an Interessierte sowie eine kurze Anmeldung bei zimmermann@gate-tourismus.dewird ausdrücklich gebeten.

Wie immer freuen wir uns auf eine rege und inspirierende Diskussion!

 

Bis dahin herzliche Grüße,
Annegret Zimmermann und das gesamte GATE-Team

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GATE Themenabend 19.06.2018: Besuchermanagement Naturpark Barnim

Liebe Tourismusinteressierte, liebe Freunde und Freundinnen der GATE-Themenabende,

Im Juni laden wir Sie/euch wieder herzlich zu einem Themenabend ein. Wir freuen uns sehr Kerstin Bosse vom Naturpark Barnim gewonnen zu haben, uns einen Einblick in die Tourismusplanung dieses Parks zu geben. Diskutieren Sie mit uns dieses spannende Thema.

 

Dienstag, den 19. Juni 2018 um 19:00

Besuchermanagement im Berlin-nahen Naturpark Barnim

Naturpark barnim
Foto von einer Schautafel im Naturpark Barnim (typische Landschaft)

Laut einer Studie des dwif Institutes von 2015 ist der Naturpark Barnim von allen 11 Brandenburger Naturparks am stärksten von Besuchern frequentiert. Nur ein Katzensprung ist es von Berlin ins Herz des Naturparks. Vor allem in den Sommermonaten zieht es vorrangig Tagestouristen aus Berlin in das Großschutzgebiet. Die Folge sind saisonale und lokale Besucherströme. Das Ziel ist eine saisonale und lokale Entflechtung, um die Attraktivität der Naturausstattung zu erhalten und die touristische Saison für Anbieter zu verlängern.

 

Frau Bosse stellt vor, wie sich die Naturparkverwaltung im Barnim dieser Thematik stellt. Frau Bosse studierte Landschaftsplanung und arbeitet seit 1999 in der Naturparkverwaltung in Wandlitz. Sie koordiniert im Großschutzgebiet Tourismus – und Naturschutzprojekte.

Kontakt: Kerstin.Bosse@LfU.Brandenburg.de

 

Wann: 19:00

Wo: Café Hundertwasser (Obergeschoss), Simon-Dach-Straße 39, 10245 Berlin, Friedrichshain, (U5 Samariterstraße, U/S Warschauer Straße, Tram 10 Grünberger Straße oder Bus 240 Boxhagener Platz).

 

Um Weiterleitung an Interessierte sowie eine kurze Anmeldung bei zimmermann@gate-tourismus.de wird ausdrücklich gebeten.

 

Wie immer freuen wir uns auf eine rege Diskussion!

 

Bis dahin herzliche Grüße,

Annegret Zimmermann und das gesamte GATE-Team

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Bericht GATE-Themenabend Kreuzfahrttourismus

Immer häufiger rühmen sich namhafte Akteure der Kreuzfahrtindustrie mit Nachhaltigkeitsstrategien und führen dabei dann Maßnahmen wie den Einsatz von LED-Lampen an Board an. Aber auch solche lapidaren Versuche, diese Industrie etwas grüner wirken zu lassen, können nicht über das große Problem der Schifffahrt im Allgemeinen, und somit auch (und ganz besonders als boomender Sektor) der Kreuzfahrtindustrie im Speziellen, hinwegtäuschen: Die extremen Emissionen, die katastrophale Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bedeuten. Denn was kaum einem bewusst ist, bei Emissionen geht es nicht nur um das ausgestoßene CO2, dessen Werte eines Kreuzfahrtschiffes allein schon katastrophal sind, sondern eben auch um giftige Abgase wie Ruß, der das Abschmelzen des arktischen Eises stark begünstigt, um hochgradig gesundheitschädlichen Feinstaub und um Schwefel, dessen Ablagerung z.B. auch Gebäude kulturellen Erbes beschädigt. Hinzu kommt die Belastung des Meeres durch immer wieder austretendes Schweröl (rund 60% des gemessenen Schweröls in den Weltmeeren stammt nicht etwa aus Havarien oder Unfällen, sondern aus alltäglichen Vorgängen wie spill-over bei Betankungen, Ablassung von mit Schweröl verunreinigtem Wasser etc.). Und genau dies ist das eigentliche Problem: die Verwendung von Schweröl in der Schifffahrt, eines Abfallproduktes der Ölproduktion, das seit der Ölkrise in den 70er Jahren vom Sondermüll zum Treibstoff für die gesamte Schifffahrt wurde. So entstehen schon durch ein kleines Kreuzfahrtschiff z.B. Schwefeldioxid-Emissionen mit vergleichbaren Werten von 376.030.220 PKW´s. Was an Land lange undenkbar ist – der maximale Schwefelanteil von Diesel darf hier 0,001 % betragen – ist durch fehlende strengere Gesetzgebung auf dem Wasser mit Werten von 3,5 % Schwefelanteil Standard. Das bedeutet ungefilterte Kraftwerke, und zwar nicht nur auf dem offenen Meer, sondern in Hafenstädten eben auch direkt vor der Haustür und das meist das ganze Jahr hindurch.

Genau hier setzt die politische und gesellschaftliche Arbeit des Verkehrsreferats des NABU an. Denn es könnte so einfach sein: Der Kraftstoff könnte quasi von heute auf morgen ausgetauscht und so durch die Verwendung von höherwertigen Kraftstoffen wie Diesel bereits eine starke Verbesserung erzielt werden. Durch eine im Vergleich zu den Gesamtkosten eines Kreuzfahrtschiffes geringe Investition könnten darüberhinaus Partikelfilter eingesetzt werden, an Land längst gängige Praxis. Doch solange es keine gesetzlichen Vorschriften gibt, wird lieber in das Boardentertainment und immer größere Schiffe investiert. Ähnlich verhält es sich mit Themen wie Landstromanschlüssen, über die weiterhin die wenigstens Schiffe verfügen.

So fallen die Ergebnisse des Kreuzfahrtrankings, das der NABU auch 2017 erstellt hat, wieder mager aus. Die beste Bewertung mit 1,5 von 4 möglichen “grünen Schiffs-Schrauben” erreichen dabei noch deutsche Unternehmen wie die TUI mit ihren neuesten Schiffen. Doch der Fortschritt ist bisweilen gering und die Brisanz des Themas trifft in der traditionellen Schifffahrtsindustrie weiterhin größtenteils auf taube Ohren. Hinzu kommt, dass die Schifffahrt zusammen mit der Luftfahrt, und somit zwei der klimaschädlichsten Sektoren, vom Pariser Klimaschutzabkommen ausgenommen ist und die Treibstoffe weiterhin steuerfrei sind. Somit steht weiterhin das Wachstum dieser Branchen im Vordergrund der Entwicklung.

Zwar will Norwegen als Vorreiter die Einfahrt von älteren Kreuzfahrtschiffen in die Fjorde aufgrund der starken Luftverschmutzung ab 2018 verbieten, was einen gewissen Handlungsdruck auf Reedereien ausüben könnte, wenn weitere Destinationen solche Maßnahmen ergreifen würde. Von höchstfrequentierten und damit auch schwer gebeutelten Hafenstädten wie Venedig oder Dubrovnik ist solche Konsequenz allerdings noch nicht zu erwarten, da hier z.B. die durch den Kreuzfahrttourismus generierten Einnahmen weiterhin hochgehalten werden; trotz existierender Studien, die zeigen, dass die Städte für den Kreuzfahrttourismus durch sämtliche Schäden letztlich sogar draufzahlen.

Dass in der Kreuzfahrtindustrie darüberhinaus noch viele weitere Problemfelder bestehen, wie zum Beispiel im sozialen Bereich, bezugnehmend auf die Arbeitnehmer-Situation insbesondere Unterdeck, ist jedem, der sich schon einmal etwas mit dem Thema auseinandergesetzt hat, klar. So betrachtet, könnte man sich Fragen, was Urlauber überhaupt dazu bringt, diese Form des Reisens zu wählen. Doch einen gänzlichen Boykott dieser Industrie erzielen zu wollen ist, solange der Kreuzfahrt-Boom und der “Mythos Traumschiff” sich halten, wohl aussichtslos und so gilt es vorerst weiterhin dafür zu kämpfen, dass diese Industrie durch Landstromversorgung, Abgasreinigung und ein Schwerölverbot, wenigstens zu einer verträglicheren wird.
Luisa Mentz

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