Vortrag Sozialer Raum im Tourismus

Stammtisch 13. März 2007: Vortrag Ute Weber: „Sozialer Raum im Tourismus“
Foto vom Stammtisch am 13. März 2007 Am 13. März (auf Grund der ITB erst am zweiten Dienstag im Monat) fand der zweite Stammtisch von GATE statt. Es handelte sich diesmal um das Thema „Sozialer Raum im Tourismus“, an welches uns Ute Weber an Hand ihrer Forschung in einer vietnamesischen Tauchschule heran geführt hat.
Touristische Reisen beinhalten das Aufeinandertreffen von Mitgliedern unterschiedlicher Gesellschaften und Kulturen an einem Ort. Aus der Interaktion dieser Menschen entsteht ein sozialer Raum, der sich stark von dem der lokalen Bevölkerung unterscheidet. Häufig handelt es sich bei diesen Interaktionen um rein kommerzielle Begegnungen, ohne dass ein persönlicher Austausch stattfindet. Anhand der Forschungserlebnisse in einer touristisch geprägten Stadt im Süden Vietnams berichtete Ute Weber von einem sozialen Raum, in dem sich Touristen und Einheimische auf Augenhöhe begegnen.
Im diesmal kleineren Rahmen wurde über das Thema diskutiert und Ideen ausgetauscht. Wie erleben Touristen den Kontakt zu Einheimischen und welches sind die Ziele der Einheimischen, mit Reisenden in Kontakt zu treten? Wird der soziale Raum im Tourismus speziell für Touristen konstruiert oder ist er letztlich auf der ganzen Welt ähnlich und wird lediglich mit etwas „Lokalkolorit“ verziert? Fragen wie diesen gingen wir auf dem zweiten Stammtisch von GATE nach.
Sechs Interessenten von GATE und dem Institut für Ethnologie in Berlin waren anwesend. Der Stammtisch im März bot daher eine schöne Möglichkeit zur ethnologischen Diskussion.

Einen Überblick über die Tourismus-Entwicklung Vietnams gibt folgender Text:
Waibel, Michael (2004): ‚Vietnam – A Tourism Tiger?’ Ausgewählte Aspekte der jüngeren touristischen Entwicklung Vietnams
Linkwww.michael-waibel.de/ZELTFORUM2-Waibel.pdf

Vortrag Akha Experience in Laos

Stammtisch 3. April 2007: Vortrag Katja Plume: „Das Beispiel der Akha Experience in Laos – nachhaltige Entwicklung durch Tourismus in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit“
Foto vom Stammtisch am 13. März 2007 Im wie immer gemütlichen Kreis hat uns Katja Plume über das Projekt „The Akha Experience“ berichtet, welches Laosbesuchern in drei Tagen einen Einblick in das Leben und Arbeiten der Akha, einer Minderheit in im Norden Laos, geben soll. In einer kritischen Diskussion über Umweltauswirkungen und wirtschaftliche Anreize setzten wir uns mit der Thematik auseinander.

Für weiterführende Informationen können wir die Website der GTZ empfehlen:
Link www.gtz.de/de/themen/uebergreifende-themen/11009.htm
Dort kann man auch die neue Studie herunterladen:
Download „Tourismus als Handlungsfeld der deutschen Entwicklungszusammenarbeit“ (PDF 2,4 MB)

Vortrag: Auf der Suche nach dem Abenteuer

Stammtisch 8. Mai 2007: Vortrag Silke Krause: „Auf der Suche nach dem Abenteuer“
Foto vom Stammtisch am 8. Mai 2007 Das Erleben von Abenteuern ist ein häufiger Grund für Reisen in nahe und entlegene Ziele dieser Erde. Doch geht der Trend dahin, auch beim Abenteuer nicht auf einen gewissen Komfort zu verzichten. Was ist dann noch ein Abenteuer? Schließt das „kalkulierte Risiko“ ein echtes Abenteuer aus? Oder ist es, wie Boorstin schreibt: „Heutzutage erfordert es mehr Begabung, Vorstellungskraft und Unternehmungsgeist, um Reiserisiken zu fabrizieren, als man früher brauchte, um sie zu vermeiden. Man muss sich beinahe ebenso anstrengen, ein Abenteuer zu finden, wie es zu überleben.“ Fragen wie diesen sind wir an diesem Abend nachgegangen.
Eine kurze Einführung in das Thema bietet das Kapitel 2.2.2 meiner Magisterarbeit
Download „Mythos Timbuktu. Über Abenteuer und Reisen“ (PDF 3,3 MB).

Vortrag Workcamps

Stammtisch 12. Juni 2007: Vortrag Sarah Fischer: „Workcamps – zwischen Entwicklungshilfe und Massentourismus?“
In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben viele Jugendliche und junge Erwachsene die Möglichkeit genutzt, über eine der verschiedenen europäischen Entsendeorganisationen ein Workcamp in Europa und vor allem Übersee zu besuchen. Sie arbeiten zwei bis vier Wochen mit Teilnehmer/innen aus verschiedenen Ländern in einem gemeinnützigen Projekt zusammen und bekommen dafür freie Unterkunft und Verpflegung.
Workcamps haben viele unterschiedliche Ziele – vor allem wegen der verschiedenen Beteiligten:
Hilfe durch Arbeitskräfte für verschiedene Projekte, Begegnung und kultureller Austausch auf internationaler Ebene, finanzielle Hilfe – auch längerfristig, Prestige, Zugang zum Land, Urlaub und Freizeit, Absetzung vom Massentourismus, preiswerte Art zu reisen, Entwicklungshilfe, ….
Nationale wie auch internationale Workcamps werden in Deutschland vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend finanziell unterstützt und müssen bestimmte Zielsetzungen einhalten. Tourismus darf in keinem Fall auftauchen, da es eine Begegnung sein soll, die nicht Urlaub und Reisen als Ziel hat, sondern einen interkulturellen Dialog. Dies steht jedoch in Widerspruch zur Realität der Teilnehmer/innen.
Wir haben auf dem Stammtisch diskutiert, welche Perspektiven dieser „Volunteer Tourism“ hat und welche Ziele mit dem Konzept erreichbar und vertretbar sind. Welche Bedeutung haben Workcamps für den Tourismus?
Zur weiteren Information sind folgende Websites interessant:
Link Center for International Voluntary Service CIVS Kenya
Link Greenway Thailand
Link IJGD Deutschland
Link Workcamps … peacing the world together

Vortrag Tourism in the Indian Ocean

Stammtisch 10. Juli 2007: Vortrag Carsten Wergin: „Tourism in the Indian Ocean: A Multisited Approach
In einer kleinen Runde haben wir auf unserem bereits sechsten Stammtisch über ein potentielles Forschungsthema von Carsten Wergin gesprochen. Er hat vor, eine Forschung über drei verschiedenen Destinationen im Indischen Ozean durchzuführen: Broome (Australien), Sri Lanka und Rodrigues (Mauritius). Diese Destinationen haben gemeinsam, dass für den Tourismus Natur und Kultur wieder entdeckt wird, Traditionen neu dargestellt werden. Ziel der Forschung ist die Frage, inwiefern Debatten zu den Themen Heritage Tourism, Eco Tourism, Sustainable Tourism u.a. Auswirkungen auf die Darstellung und Wahrnehmung von Tradition und Natur vor Ort haben. In einer angeregten Diskussion haben wir uns mit dem Rahmen und Thema generell sowie den verschiedenen Möglichkeiten einer Annäherung auseinander gesetzt.

Vortrag nachhaltiger Tourismus in Äthiopien

Stammtisch 4. September 2007: Vortrag Isabelle Schunck: „Armutsbekämpfung durch Nachhaltigen Tourismus am Beispiel der ST-EP-Initiative der UNWTO in Äthiopien“
Die Arbeit analysiert zum einen das Programm der ST-EP-Initiative der UNWTO (Welttourismusorganisation) und beschreibt und untersucht zum andern ein konkretes Beispiel, d. h. unter anderem eine Lodge, in Äthiopien. Dabei wurden viele Expertengespräche mit Interessensvertretern des Tourismus in Äthiopien sowie Gespräche mit benachteiligten Menschen in ländlichen Regionen geführt. Die Arbeit gibt im Sinne des sozialverantwortlichen Tourismus schließlich Handlungsempfehlungen an die UNWTO.

Vortrag „Posada Amazonas“ in Peru

Stammtsich 5. November 2007: Vortrag Nicole Häusler: Bericht über das Joint Venture „Posada Amazonas“ in Peru
Die Ökolodge Posada Amazonas im Amazonasgebiet von Peru ist ein Joint Venture zwischen dem peruanischen Reiseveranstalter Rainforest Expeditions und der Gemeinde Infierno, die um die 150 Haushalte zählt. Nach 20 Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit soll die Gemeinde das Management der Lodge selbstständig übernehmen. Das Projekt befindet sich nun in seinem elften Jahr. Nicole Häusler hat während ihres Aufenthalts in der Posada im April 2007 eine Situationsanalyse durchgeführt und hat ihre Ergebnisse zur Diskussion gestellt.

Vortrag Reisejournalismus

Stammtisch 11. Dezember 2007: Vortrag Martin H. Petrich: „Reisejournalismus zwischen Marketing und Hintergrundreportage“
„Reisejournalisten haben es gut. Sie machen Urlaub und werden dafür bezahlt. Zudem widmen sie sich nur den sonnigen Seiten eines Landes und ignorieren dessen Probleme“. Diese Meinung ist weit verbreitet. Sind Reisejournalisten gekaufte Vermarkter, die mit der rosaroten Brille durch eine Destination reisen und alles Unangenehme ausblenden? Wo bleibt die kritische Distanz, wenn sie zu einer Pressereise eingeladen werden? Anhand von praktischen Beispielen, u. a. zu Birma (Myanmar) und Sri Lanka, möchte Martin Petrich über den Balance-Akt des Schreibens sprechen. Er hat mehrere Reiseführer für den Dumont Reiseverlag verfasst und schreibt für Tageszeitungen und Magazine.

Vortrag Ethno-Tourismus in Bolivien

Stammtisch 5. Februar 2008: Vortrag Anja Weber: „Interessen und Akteure im Tourismus. Das Beispiel des Ethno-Tourismus in Tarabuco/Bolivien“
Schon seit mehreren Jahrzehnten kommen Touristen nach Tarabuco, einem Dorf in den bolivianischen Anden. Der Vortrag basierte auf einer Forschung und einer sich anschließenden Magisterarbeit mit dem Thema „Interessen und Akteure im Tourismus – Das Beispiel des Ethnotourismus in Bolivien“. Dabei sollten die unterschiedlichen Facetten, Akteure und Interessen(-skonflikte) des Tourismus aufgezeigt und diskutiert werden.
Ein interessanter Diskussionsansatz könnte auf den beiden Frage basieren, was (1) gemeindeorientierter Tourismus bedeutet – auch für die jeweils unterschiedlichen Akteure – und (2) welche Faktoren eine Rolle spielen? Hintergrund bildet der sich weltweit immer weiter ausbreitende und wichtiger werdende Wirtschaftszweig Tourismus für ländliche Gemeinden und die Tatsache, dass auch innerhalb der Entwicklungszusammenarbeit der gemeindeorientierte Tourismus als Projekt-Strategie zur Armutsbekämpfung eine immer größere Aufmerksamkeit zugedacht wird.
Einige Informationen zum Thema bietet folgender Artikel:
Link 30 Jahre Tourismus in Tarabuco/Bolivien – oder erste Erfahrungen einer Feldforschung

Vortrag Tourismus und Armutsbekämpfung in der Mongolei

Stammtisch 3. März 2008: Vortrag Matthias Beyer: „Armutsbekämpfung in der Inneren Mongolei – Tourismus als letzte Chance!?“
Innere Mongolei Seit Generationen leben die Einwohner der Inneren Mongolei vor allem von der Viehzucht. Ausbleibende Niederschläge sowie eine enorme Zunahme des Viehbestandes in den vergangenen Jahrzehnten haben jedoch dazu geführt, dass die Weideflächen für die Viehzucht immer weniger nutzbar sind. Die Folge ist, dass die Bewohner mittel- bis langfristig nicht mehr von der Viehzucht leben bzw. überleben können. Der Einstieg in den Tourismus wird nun als Lösungsweg angesehen, um die traditionelle Lebensweise und ökonomische Existenz der lokalen Bevölkerung langfristig zu sichern. Ob diese Strategie realistisch ist und wie diese umgesetzt werden kann, soll im Rahmen des Vortrages näher erörtert werden.

Matthias Beyer arbeitet bei mas|contour