Was steckt hinter der Fassade der Hochglanzprospekte von Reiseveranstaltern? Werden in den angebotenen Hotels faire Löhne an die Angestellten gezahlt? Woher stammen eigentlich die Lebensmittel? Mit wie viel CO2 belastet mein Ferienflieger das Klima und kann ich das kompensieren? Woran können wir erkennen, inwieweit Touristikunternehmen ihrer Verantwortung in einer globalisierten Welt gerecht werden? Wie kann das Produkt "Reisen" in Hinsicht auf Nachhaltigkeitsaspekte messbar gemacht werden?
CSR-Berichte können hier ansetzen. Unter dem Begriff "Corporate Social Responsibility (CSR)" werden im allgemeinen freiwillige Selbstverpflichtungen im Sinne der Nachhaltigkeit verstanden, die Unternehmen eingehen und deren Durchsetzung sie auf Grundlage eines eigenen Berichtswesens von unabhängigen Stellen überprüfen lassen können. Auf diese Weise kann eine Transparenz geschaffen werden, die vor allem mit fortschreitender Globalisierung immer stärker gefährdet bzw. häufig fast unmöglich geworden ist.
Doch Tourismus ist höchst vielschichtig: Neben politischen, ökonomischen und in hohem Maße auch ökologischen Aspekten (als Beispiel seien nur der hohe Wasserverbrauch und die negativen Folgen des Transports auf das Klima genannt) spielt der gesellschaftliche Bereich eine überragende Rolle. Soziale und kulturelle Faktoren sind anhand eines kategorisierten Rasters viel schwerer zu quantifizieren als andere Teilbereiche wie Arbeitsbedingungen (z.B. Kernarbeitsnormen der ILO) oder ökologische Aspekte (z.B. EMAS), für die es Normen, Standards und Zertifizierungen gibt - deren Anzahl allerdings schwer zu überschauen ist.
Hier setzte das Symposium "Corporate Social Responsibility im Tourismus" an. Einerseits sollte über das Thema aufgeklärt werden, um Grundgedanken von Nachhaltigkeit und Verantwortung systematisch in die Unternehmen zu tragen. Andererseits sollten aktuelle Forschungsergebnisse und Ansätze vorgestellt und diskutiert sowie neue Ideen und Impulse zur laufenden Debatte gegeben werden.
GATE e.V. wurde 1995 in Hamburg im Rahmen einer studentischen Initiative als gemeinnütziger Verein gegründet, um sich für eine nachhaltige Tourismusentwicklung einzusetzen, welche in erster Linie auf soziokultureller Ebene anknüpft. Dazu unterstützen wir eine Etablierung der ethnologischen Sichtweise in der Tourismusindustrie.
Unsere Schwerpunkte liegen in der Durchführung von Konferenzen, Workshops und Seminaren sowie in der wissenschaftlichen Arbeit durch Forschungen und Vorträge. Kooperationen bestanden bisher unter anderem im Rahmen unserer Konferenzen und Workshops mit dem Ethnologischen Museum Berlin, Hauser Exkursionen, der University of Brighton und FernWeh - Aktion Dritte Welt e.V.
Erfahrungen haben wir bspw. in folgenden Projekten sammeln können:
Durchführung eines Workshops für Vortragende von Reisediashows zum Thema "Fairness zeigen! Fotografie als Medium für sozialverträglichen Tourismus" im April 2008.
Ausstrahlung des Films "Der Gast" im Fahrgastfernsehen "Berliner Fenster" während der ITB Berlin im März 2007.
Projektarbeit auf der BREBIT (Brandenburger Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationstage) 2005 und 2006 mit Brandenburger Schulklassen verschiedenen Alters zum Thema "Nachhaltiger Tourismus".
Kooperationspartner des Symposiums "Imagine There's No Countries: Inequality and Growth in the Age of Tourism" der University of Brighton, Großbritannien, im Juni 2006.
Konzeption und Durchführung der Konferenz "ETHNO-LOGIEsch IM TOURISMUS - Chancen, Perspektiven und Voraussetzungen für eine verstärkte Zusammenarbeit" im November 2004 in Berlin.
Aussteller auf der ITB Berlin und dem "Reisepavillon" in Hannover.
Die Themen reichen von Tourismus zu damit verbundenen Inhalten wie Nachhaltige Entwicklung, Entwicklungszusammenarbeit, Möglichkeiten der Armutsbekämpfung, Sensibilisierung für andere Kulturen/für kulturelle Vielfalt, Folgen der Globalisierung u.ä., wobei wir einen interdisziplinären Ansatz verfolgen.
Das Centrum für Internationale Studien Hamburg (CIS Hamburg) dient der Erforschung der Beziehungen von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft mit internationaler Perspektive und mit Schwerpunkt in den wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaften. Diese sind von teils globalisierten, teils lokalisierten Wirtschafts- und Sozialbeziehungen ("glocalisation") und einem davon beeinflussten neuen Typ politisch-gesellschaftlicher Entscheidungsfindung ("glocal governance") sowie einem neuen Typ der globalen und lokalen kulturellen Orientierung, die für das Verhalten der Menschen prägend ist, gekennzeichnet. Das CIS Hamburg bringt seine Forschungsresultate in die internationalen Masterstudiengänge "Master für Europastudien" und "Master of International Business Administration (MiBA)" ein, so wie es umgekehrt auch Forschungsfragestellungen aus diesen entwickelt.
Die Forschungsarbeit des CIS Hamburg ist interdisziplinär ausgerichtet - sie verbindet Ansätze aus Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaft. Sie strebt ferner transdisziplinäre Tätigkeit an, in der sich Grundlagenforschung und Praxisorientierung verbinden. Die Forschungsaktivitäten und -planungen des CIS Hamburg sind auf vier Kompetenz- und Forschungscluster konzentriert.
1. Der Cluster "GLOKALISIERUNG, ZIVILGESELLSCHAFT UND NEW GOVERNANCE" widmet sich den Erscheinungsformen und Ausprägungen der Globalisierung und der sich dabei herauskristallisierenden neuen Funktion der Nationalstaaten, sowie der Analyse neuer Wiedereinbettungsversuche der Ökonomie - etwa durch supranationale, nationale und lokale/regionale Regulationsformen. Bei der Dichotomie von Globalisierung und gleichzeitiger Lokalisierung der politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Beziehungen liegt der Focus auf neuen "glokalisierten"Governance-Formen.
2. Der Cluster "SOZIALE, WIRTSCHAFTLICHE UND ÖKOLOGISCHE NACHHALTIGKEIT" beschäftigt sich mit den theoretischen Konstruktionsbedingungen der natürlichen Umwelt ebenso wie mit praktischen Bestrebungen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung. Dabei spielen wirtschaftstheoretische, diskursanalytische und kulturwissenschaftliche Ansätze eine Rolle. Erforscht werden die Erfolgsbedingungen von "Nachhaltigkeitspolitik" auf supranationaler, nationaler und lokaler/regionaler Ebene - wobei auch normative Fragen erörtert werden, zum Beispiel im Hinblick auf interkulturelle und intergenerative Gerechtigkeit.
3. Der Cluster "NEUE BALANCEN ZWISCHEN ARBEIT UND LEBEN - HERAUSFORDERUNGEN FÜR EINE ENTGRENZTE ARBEITSGESELLSCHAFT" arbeitet an den gegenwärtig zu beobachtenden Prozessen der Entgrenzung nationalstaatlicher/lokaler Regimes, betrieblich/unternehmerischer Organisationsformen, aber auch familiärer/haushaltsbezogener Integrationstypen. Erforscht werden Bedingungen, Formen und Hindernisse neuer Balancen zwischen Erwerbsarbeit und arbeitsexternen Lebensverhältnissen. Die untersuchten innovativen Gestaltungsformen von Leben und Arbeit werden situiert in neuen Formen der Governance im Beziehungsdreieck von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
4. Im Cluster "MANAGEMENT IN INTERKULTURELLEN WIRTSCHAFTLICHEN DYNAMIKEN" liegt der Fokus auf der Untersuchung der Bedeutung unterschiedlicher kultureller Orientierungen und Strukturen für den Erfolg internationaler Unternehmungen. Interkulturelle wirtschaftliche Dynamiken beeinflussen hierbei sowohl das Handeln multinationaler Unternehmen als auch die Aktivitäten nationaler Akteure und betreffen jeweils spezifisch alle Stakeholder. Die Forschung wendet sich den aus dieser Problematik entstehenden kritischen Erfolgsfaktoren internationalen wirtschaftlichen Handelns zu.
Centrum für Internationale Studien Hamburg
Universität Hamburg
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Department Wirtschaft und Politik
Von-Melle-Park 9
20146 Hamburg www.hwp-hamburg.de/cis
Ansprechpartnerin:
Sarah Jastram
Tel. +49 40 42838-6478 E-Mail:
CSR Reporting Initiative for Tourism - Nachhaltigkeitsberichte für KMUs im Tourismus (Projektlaufzeit: Dezember 2006-November 2007; Partner: KATE, Tourism Watch (eed), UNI-Europe, forum anders reisen) CSR-Leitfaden (2,54 MB)